Mars,   Opposition 2018

Mars stand am 27.7.2018 in Opposition zur Sonne. Sein Abstand zur Erde war dabei deutlich geringer als bei den Oppositonen der Vorjahre. Das Marsscheibchen erreichte einen maximalen Durchmesser von 24,3". Der Planet kam aber leider nur ca. 15° über den Südhorizont, wo die Luftunruhe die Beobachtung stark erschwert. Außerdem tritt eine deutliche Dispersion ein, d.h. die Atmosphäre wirkt wie ein Prisma und beugt die Lichtstrahlen, die blauen etwas stärker als die roten. Das Marsscheibchen bekommt dadurch farbige Ränder, und der Detailkontrast wird schlecht.

  
  

Ich habe Mars von zuhause aus aufgenommen. Der Planet stand nur knapp 15° über dem Horizont, weshalb eine starke Luftunruhe herrschte. Der Staubsturm scheint noch vorhanden zu sein, ist aber etwas besser geworden. Ich habe meiner Aufnahme eine Simulation von Calsky gegenüber gestellt, die allerdings für ein Instrument mit 20" Öffnung gerechnet ist, während mir nur 5,5" Öffnung zur Verfügung stand. Das ist einerseits natürlich etwas unfähr, andererseits aber als Vergleich interessant.

  
  

Dieses Bild ist mit dem gleichen Equipment aufgenommen, wie obiges Bild. Auch hier habe ich von der heimischen Terrasse aus aufgenommen, und mußte sehen, wie ich den tiefstehenden Planeten erwischen zwischen Nachbars Häusern erwische.
Der Staubsturm beeinträchtigt deutlich die Detailerkennbarkeit.

  
  

Diese Aufnahme entstand auf der Astrofarm Kiripotib in Namibia. Dort stand der Planet fast im Zenit, sodaß die Bedingungen wesentlich besser waren als daheim in Deutschland.

Ich habe Mars mit einem auf der Farm geliehenen 10 " Meade ACF - Teleskop aufgenommen.

Der Versuch, mit einer zusätzlichen Schwarzweiß - Kamera und einem Infrarot-Pass-Filter Infrarotaufnahmen zu machen, um trotz des Staubsturm noch etwas Oberflächenstrukturen zu erfassen, hat leider nicht geklappt. Ich habe kein auswertbares Bild bekommen. Erst zuhause angekommen habe ich erfahren, daß die Verwendung eines dichroitischen Zenitspiegels die Ursache hierfür war. Solche Spiegel reflektieren nicht mehr bei Lichwellenlängen größer als 700 nm, also Infrarot. Schade, ich hätte sonst sicherlich deutlich mehr Details erfassen können, Das Seeing war nämlich gut.